VON EVA BIS
FRAUEN HEUTE

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PRESSETEXT

Bunt, laut und mit klarer Botschaft
Malerei von Uschi Felix in der Artgalerie am Schloss

Vom 09.09. bis 27.09. 2015 zeigt die Kunstgilde Bad Bergzabern in ihrer Galerie am Schloss Arbeiten von Uschi Felix. Ausgestellt sind Werkreihen zu den Themen: „Genesis“, „Zeitgeschehen“ und „Frauen heute“. Die in Herxheim lebende Künstlerin illustriert zum einen in meist großformatigen Acrylgemälden die biblische Schöpfungsgeschichte und kommentiert zum anderen in plakativ-ironischer Weise, was nach dem Sündenfall aus Eva und dem Rest der Schöpfung geworden ist. In dekorativ-eindringlicher Bildsprache entsteht die Welt vor unseren Augen. Es wird Licht, Planeten, Tiere und menschliche Wesen entwickeln sich, bis zum Moment, in dem die verbotene Frucht den Besitzer wechselt – überwacht vom hypnothischen Blick einer riesigen giftgrünen Schlange. Die Eva begegnet uns später in kleinerem Format in unterschiedlichen Rollen wieder: Beispielsweise als gestylter Vamp, der in High Heals den Müll zur Tonne trägt oder als verlockendes, längst erwachsenes Rotkäppchen mit einem ängstlich den Schwanz
einziehenden Wolf an der kurzen Leine. Wieder im großen Format hält Uschi Felix ihre persönliche Sicht auf die heutige globalisierte Welt fest. Dabei schont sie den Betrachter nicht. Ihre Farbwahl ist laut, bunt und ihre Botschaften formuliert sie deutlich. In narrativer Art fasst sie immer mehrere Szenen zu einem Bildganzen zusammen. Aus bewegtabstrakten Hintergründen schälen sich realistisch umgesetzte Personen. Oft handelt es sich um Persönlichkeiten des öffentliches Lebens, die schräg auf den Malgrund gesetzt sind. Alles scheint ins Wanken zu geraten. Wir wohnen einer Annäherung religiöser Kirchenoberhäupter bei, die vor dem Bruderkuss erstarrt. Wir treffen auf bis zur Künstlichkeit entstellte Schauspielerinnen genauso wie auf die bitterarme Näherin eines Billiglohnlandes oder die jubelnde Kanzlerin während der WM. Uschi Felix will mit ihren Arbeiten zum kritischen Hinterfragen anregen – zum Nachdenken über klischeehafte Rollenbilder, über die bunte Welt der Werbung und über die inszenierten medialen Auftritte von Vetretern aus Kirche, Showbizz oder Politik.

Dr. Karin Bury, Kunsthistorikern, Schifferstadt